Runder Tisch im Bundesumweltministerium: Die Kunststoffverpackungsindustrie begrüßt den Dialog und wünscht eine differenzierte Diskussion

Dr. Isabell Schmidt PM 27022019 Dr. Jürgen Bruder PM 27022019

Bad Homburg, 27. Februar 2019 – Bundesumweltministerin Svenja Schulze diskutiert am 27. Februar 2019 gemeinsam mit großen Supermarktketten, Lebensmittelkonzernen sowie Umwelt- und Verbraucherverbänden in einem Runden Tisch die Möglichkeiten zu Vermeidung von überflüssigen Plastikverpackungen bzw. deren Abfällen im Einzelhandel.

Was erwartet die Verpackungsindustrie vom Runden Tisch?
Die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. begrüßt den Dialog und das Ziel, unnötige Verpackungsabfälle zu vermeiden, weist aber darauf hin, dass die im Fokus stehende Plastikvermeidung unter ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten sehr viel differenzierter zu diskutieren ist. Wo Verpackungen egal welchen Materials vermeidbar sind, sollten sie vermieden werden – aber immer unter der Voraussetzung, dass dies gesamtökologisch wirklich sinnvoll ist.

„Das Vermeiden von Kunststoffverpackungen ist nicht der Schlüssel zu automatisch mehr Nachhaltigkeit – im Gegenteil“, meint IK-Geschäftsführerin Dr. Isabell Schmidt. „Zum Beispiel ist die Ökobilanz einer Kunststofftragetasche in der Regel besser als die einer Papiertragetasche, vorausgesetzt dass sie richtig entsorgt wird. Auch ,unverpackt‘ ist ökologisch nicht immer die bessere Alternative, denn es können mehr Produktabfälle entstehen. Oder die Logistik muss angepasst werden - sprich häufigere Lieferungen, mehr Kühlung - was ebenfalls ökologische Nachteile hat. All das muss im Einzelfall gegeneinander abgewogen werden.“ Grundsätzlich gilt: So wenig Verpackung wie möglich, aber so viel wie nötig, damit die Ware ausreichend geschützt wird.

Abfallvermeidung durch mehr Material-Effizienz
Seit Einführung der Verpackungsverordnung in Jahr 1991 ist es der Industrie gelungen, die Materialeffizienz derart zu steigern, dass Kunststoffverpackungen im Schnitt um etwa 25 % leichter geworden sind. Diese Materialeinsparung konnte trotz gestiegener Ansprüche an die Verpackung realisiert werden wie z.B. Wiederverschließbarkeit, Portionierbarkeit, mehr Sprühkappen etc. Ermöglicht wurde das durch die Verringerung von Wand- und Folienstärken, verbesserte Materialeigenschaften sowie andere Formgebung und Verarbeitungstechniken.

„Auch die Anforderungen des seit Januar 2019 geltenden Verpackungsgesetzes werden wir im Zusammenspiel mit der gesamten Kreislaufwirtschaft erfüllen. Hier sind nicht nur die Hersteller, sondern auch die Lebensmittelindustrie, der Handel, die Verbraucher und die Recycling-Wirtschaft gefordert,“ ergänzt IK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Bruder. „Wir begrüßen außerdem den von Bundesumweltministerin Svenja Schulze gewählten Weg eines ausgewogenen Mix aus gesetzlichen Vorgaben und freiwilligen Vereinbarungen.“

Zudem hat die IK im Herbst 2018 weitreichende, freiwillige Ziele für die weitere Verbesserung der Recyclingfähigkeit von Haushaltsverpackungen und die Nutzung von Rohstoffstoffen aus Recyclingmaterial formuliert. Der Anteil von recycelbaren oder mehrwegfähigen Verpackungen soll bis 2025 von 75 auf 90 Prozent steigen und die Menge an eingesetzten Rezyklaten soll um 150 Prozent auf eine Million Tonnen erhöht werden.

Innovationen für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft
Aus Sicht der IK sind Innovationen der Schlüssel für die Entwicklung einer umfänglich funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Nicht zuletzt deshalb hat der Verband bereits im Jahr 2014 den „Runden Tisch Eco Design Kunststoffverpackungen“ ins Leben gerufen. Hier geht es um gemeinsame Lösungen für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft und die Entwicklung von Innovationsprozessen für leistungsfähige, nachhaltige Verpackungslösungen, die über weniger Ressourcenverbrauch und verbesserte Recyclingfähigkeit zur Lösung der Abfallproblematik beitragen.

„Aus unserer Sicht geht es nicht primär darum, Kunststoff zu vermeiden, sondern für jeden Zweck die umweltfreundlichste Verpackungslösung zu verwenden und dafür Sorge zu tragen, dass Abfälle gesammelt und möglichst hochwertig verwertet werden“, so Dr. Jürgen Bruder.