Bad Homburg, 2. September 2009
Trotz vollerer Auftragsbücher und des anziehenden Exports ist die Lage der deutschen Kunststoffverpackungsindustrie weiterhin als ernst zu bezeichnen. Die nach wie vor vorhandenen Liquiditätsprobleme für die überwiegend mittelständischen Verpackungsunternehmen deuten darauf hin, dass das Finanzsystem immer noch nicht funktionsfähig ist. Im Rahmen der weiter anziehenden Konjunktur wird sich diese Situation noch verschärfen.
Die IK kritisiert in diesem Zusammenhang die allzu populistische Fokussierung der Politik auf die Großindustrie in den letzten Monaten, die sich für ein flächendeckendes Wirtschaftswachstum als nur bedingt tauglich erwiesen hat. Für einen nachhaltigen Konjunkturaufschwung ist es dringend erforderlich, insbesondere für mittelständische Unternehmen die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen zu verbessern.
Dazu gehört zu allererst, dass die 2008 beschlossene Reform der Erbschaftsteuer dringend geändert werden muss. Die jetzige Regelung gefährdet - gerade in der aktuellen Krise - in erheblichem Maße den Fortbestand inhabergeführter Unternehmen. Die jüngst geäußerten Vorschläge einer Revision der Lohnsummenregel sollte daher dringend aufgegriffen werden. Neben der Senkung der Lohnnebenkosten sieht die IK auch Bedarf bei der Schaffung flexiblerer Beschäftigungsverhältnisse, um weiterhin im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.
Eine wirtschaftlich starke EU ist für die deutsche Kunststoffverpackungsindustrie von besonderer Bedeutung. IK- und EuPC-Präsident Bernhard Borgardt fordert deshalb eine schnelle und konsequente Umsetzung der Lissabon-Strategie mit konkreten Zielsetzungen für die Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Die Erfordernisse in der europäischen Umwelt-, Klima- und Verbraucherpolitik sollten ein ökonomisch vertretbares Maß nicht überschreiten, um im weltweiten Vergleich wettbewerbsfähig zu bleiben, stellt Borgardt in diesem Zusammenhang fest.
Nur eine ausreichende Förderung der mittelständischen Industrie in Deutschland und Europa gewährleistet langfristig ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Die Politik ist aufgefordert, hierfür schnellstmöglich entsprechend wirksame Maßnahmen einzuleiten.
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Die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. ist mit rund 400 Mitgliedern der größte Fachverband auf dem Kunststoffsektor in Europa. Als Trägerverband des GKV engagiert sich die IK auch für die Belange der gesamten Kunststoff verarbeitenden Industrie. |
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