Französische und deutsche Kunststoffverpackungsindustrie – große Herausforderungen

Roland Roth / Dominique-Paul Vallée

Bad Homburg/Paris, 9. Mai 2011 - Am 19. April 2011 trafen sich die Vertreter der deutschen und französischen Kunststoffverpackungsverbände in Paris. Die Präsidenten der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V., Roland Roth (CEO von RKW SE), und vom französischen Verband für Kunststoff- und flexible Verpackungen ELIPSO, Dominique-Paul Vallée (Managing Director von Bericap France), diskutierten Aktuelles aus den Verbänden. Neben der allgemeinen Wirtschaftslage standen Themen zur Umwelt und Energieeffizienz sowie Perspektiven zur Aus- und Weiterbildung auf dem Programm. Besonders eingehend besprochen wurde die bedrohliche Situation bei der Rohstoffpreisentwicklung.

Im letzten Jahr mussten die Kunststoffverarbeiter einen beständigen und steilen Anstieg der Rohstoffpreise verkraften. Hinzu kam, dass die Rohstoffversorgung in 2010 extrem angespannt war, unter anderem aufgrund unzähliger Force Majeure-Meldungen. 2011 wurden bisher keine Engpässe gemeldet, aber die häufigen Verzögerungen bei den Lieferungen brachten höhere Kosten mit sich und erschwerten die Organisation bei der Produktion.

Ein wesentliches Problem ist die Verkürzung der bisher quartalsweisen Kontrakte auf monatliche Festsetzungen für die Vormaterialien. Aufgrund dieser schnelleren Rohstoffpreisänderungen kommen auf unsere Industrien neue Herausforderungen zu.

Bei den Kunststoffverpackungen haben die Rohstoffkosten einen Anteil von bis zu 80 Prozent. Insofern ist Liquidität ein neuer und maßgeblicher Faktor, der die Unternehmen der Kunststoffverpackungsindustrie betrifft. Für einige Unternehmen hatten die steigenden Rohstoffkosten bereits verheerende finanzielle Folgen.

Vor diesem Hintergrund kamen ELIPSO and IK zu dem Schluss, dass neue Lösungen gefunden werden müssen, um die Anforderungen bewältigen zu können. So sieht sich unsere Branche gezwungen, die monatlichen Änderungen der Kunststoffpreise stärker in ihren Geschäftsbeziehungen zu berücksichtigen. Ein zusätzlicher Lösungsansatz könnte Hedging sein.

Gleichzeitig sollte dem Markt stärker bewusst gemacht werden, dass das Risiko der Rohstoffpreisentwicklung nicht von den Verarbeitern allein getragen werden kann.

Ansonsten sind ELIPSO und IK optimistisch, dass die Kunststoffverpackungsbranche in beiden Ländern gute Zukunftsaussichten hat. Die Präsidenten beider Verbände vereinbarten, zukünftig in verschiedenen Feldern enger zusammen zu arbeiten – hierzu zählen eine stärkere Publikation der vielfältigen Vorteile von Kunststoffverpackungen für Verbraucher und Umwelt, ein größeres Engagement bei der Energieeffizienz und für fachlich qualifizierte Mitarbeiter in der Kunststoffverpackungsindustrie.

ELIPSO repräsentiert die Hersteller von Kunststoff- und flexiblen Verpackungen. Mit 130 Mitgliedern vertritt der Verband 75-90 % der Unternehmen aus den unterschiedlichen Industriesegmenten. In der Kunststoff- und flexiblen Verpackungsindustrie Frankreichs sind 40.000 Beschäftigte in 320 Unternehmen mit einem jährlichen Gesamtumsatz von 7 Milliarden Euro tätig. Diese Unternehmen liefern Verpackungen in sämtliche Industrie- und Handelsbranchen. Kontakt: Carole Carpentier, Tel: +33 (0)1 46 22 33 66, c.carpentier@elipso.org

Die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. vertritt mit über 300 Mitgliedern 80 % des gesamten deutschen Marktes für Kunststoffverpackungen. Die Unternehmen der Kunststoffverpackungsindustrie in Deutschland beschäftigen über 90.000 Beschäftigte mit einem Umsatz von rund 12 Milliarden Euro. Die IK engagiert sich für die Belange der Branche in sämtlichen Geschäftsfeldern der Kunststoff verarbeitenden Industrie. Kontakt: Heike Richter, Tel: +49 (0)6172 / 92 66 68, h.richter@kunststoffverpackungen.de